Das Zisterzienserkloster Eberbach, das im Jahre 1136 gegründet worden war, entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Klöster im Mittelrheingebiet. Erste Beziehungen der Grafen von Katzenelnbogen zu Kloster Eberbach entstanden durch die Teilnahme Graf Hermanns, des Bischofs von Münster, an der Weihe der Klosterkirche anno 1186.Zu Beginn des 13. Jahrhunderts schenkte eine Gräfin von Katzenelnbogen dem Kloster einen bei Steinheim gelegenen Weinberg.Graf Diether erteilte im Jahre 1219 anläßlich seines Aufbruchs zu einem Kreuzzug dem Kloster erstmals eine Zollbefreiung für dessen eigene Erzeugnisse am Zoll zu St. Goar.Wichtigstes Zollgut war der vom Kloster in großer Menge erzeugte Wein, der hauptsächlich auf dem Weinmarkt in Köln abgesetzt wurde. Diese Zollbefreiung wurde bis zum Aussterben des Grafenhauses 1479 von Angehörigen der beiden Linien immer wieder neu gewährt und auch auf andere, zwischenzeitlich erworbene Zollstellen ausgedehnt. Die Grafen gewährten eine ähnliche Zollbefeiung auch anderen Klöstern, so dem Deutschen Haus in Koblenz, dem Nonnenkloster Allerheiligen in Oberwesel und über 200 Jahre von 1271 bis 1479 dem Kloster Altenberg. Das hohe Ansehen des Zisterzienserklosters Eberbach veranlaßte die Grafen von Katzenelnbogen, die Klosterkirche zur Begräbnisstätte zu wählen , obwohl sie nicht in ihrem Herrschaftsbereich lag. Um den Grafen die Möglichkeit zu geben, Grabtumben mit figürlichen Denkmälern aufzustellen, nach den Regeln des Zisterzienser-Ordens untersagt, wurde der Südteil des Querschiffes als "Grafenchor" von der Klausur abgetrennt und mit einer neuen Tür versehen. Dieses Zugeständnis zeigt die große Bedeutung der Zollbefreiung an den katzenelnbogischen Zollstellen für die wirtschaftlichen Verhältnisse des Klosters. Nachweislich sind 15 Gräfinnen und Grafen von Katzenelnbogen seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts im Kloster Eberbach beigesetzt worden. Graf Eberhard I, der Begründer der jüngeren Linie des Grafenhauses, fand 1311 als erster seine letzte Ruhestätte in der Klosterkirche. Seine Grabplatte ist ein Kunstwerk von hohem Rang. Eine Girlande aus Rebblättern, Trauben und Rosenblüten faßt die Tumbenplatte mit der Figur des Grafen im Kettenpanzer ein. Im Querschiff der Klosterkirche haben sich noch 4 weitere Grabdenkmäler erhalten: von Graf Johann II (+1357) , Graf Johann IV (+1444), von Graf Philipp d. Jüngeren (+1453) und von Graf Philipp d. Älteren (+1479) Für Philipp d. Älteren, den letzten männlichen Vertreter des Hauses Katzenelnbogen, ließ Heinrich III von Hessen-Marburg und Gemahl der Erbtochter Anna von Katzenelnbogen, im Herbst 1479 eine große Trauerfeier im Kloster Eberbach abhalten.(nach Dr. Ottraud Rozumek-Fechtig)
im Beisein Bischof Hermanns von Münster (dem Bruder des Grafen Berthold I von Katzenelnbogen) wird die neuerbaute Klosterkirche im Namen der Heiligen Maria und Johannes des Täufers von Abt Arnold geweiht (49)
Dr. Heinemann, Hessischer Oberstaatsarchivar Wiesbaden a.D.
1219
Graf Diether von Katzenelnbogen mit dem Zeichen des Kreuzes versehen, befreit im Begriff über das Meer zu fahren, das Kloster von allen Zollabgaben und tritt zu den Mönchen in ein geistliches Bruderschaftsverhältnis.(72)
1222
Graf Diether verurteilt das Kloster wegen Tötung eines Hintersassen des Edlen Ritters von Krumbach. (74)
1252
Graf Diether von Katzenelnbogen und sein Bruder Eberhard befreien Abt und Brüder des Klosters von allen Zöllen und sichern kostenloses Geleit durch allen katzenelnbogener Gebiete. (108)
1258
Der klösterlich eberbacher Anteil an der Burg Sterrenberg wird vom Rheinzoll daselbst befreit.
1396
Schwester in Christo Adelheid, geborene Gräfin von Katzenelnbogen, wird von Abt Nikolaus in den Grauen Orden und die Bruderschaft aufgenommen. Graf Eberhard und seine Tochter werden in die Bruderschaft aufgenommen.
1405
Kloster Eberbach produziert 1.500.000 Liter Wein, hauptsächlich zum Verkauf nach Köln.
1473
Landgraf Heinrich von Hessen nimmt auf Bitte seines Schwiegervaters Graf Philipps von Katzenelnbogen Abt und Konvent des Klosters Eberbach in seinen Schutz, zumal diese ein reformiertes geistliches Leben führen und sich im Kloster die Grabstätten der Vorfahren Graf Philipps befinden und dieser seine eigene Grablege dort auch bestimmt hat. Der Landgraf weist alle Seinigen an, sich gegenüber dem Kloster und seinem Besitz gemäß dieses landgräflichen Schutzes zu verhalten und ihm nichts Schädliches oder Arges zuzufügen.
1479
Landgraf Heinrich von Hessen, Graf zu Katzenelnbogen, Ziegenhain und Nidda, schreibt an Herzog Wilhelm von Jülich und Berg, den Grafen zu Ravensberg und Herrn zu Heinsberg, daß sein Schwiegervater Graf Philipp von Katzenelnbogen verstorben sei. Er beabsichtige, nach christlicher Ordnung und Gewohnheit für ihn im Kloster Eberbach im Rheingau, wo er begraben liege, eine Totenmesse begehen zu lassen, und zwar Okt. 11 (Montag nach sant Dionisius tag) eine Vigilie und am folgenden Dienstag Morgen eine Seelenmesse. Er bittet ihn daher, zu diesem Begängnis zwei seiner Räte abzuordnen und zu den genannten Tagen ins Kloster Eberbach zu senden